Innere Erfahrungen nach Klaus Lange

Am Sonntag, dem 3. November 2019 biete ich im SIA, Friedelstr. 40, Neukölln, von 9.30 - 17.00 Uhr einen Workshop "Innere Erfahrungen nach Klaus Lange" an. Kosten: 80 €

 

Klaus Lange habe ich 1997 kennengelernt. In den folgenden Jahren habe ich mich mehrmals von ihm in Hamburg und Berlin begleiten lassen und habe seine Workshops in Berlin eine Zeitlang (mit-)organisiert. Klaus ist definitiv einer meiner wichtigsten Wegbegleiter gewesen und hat mein Verständnis von Meditation nachhaltig erweitert. Er starb 2014 im Alter von 79 Jahren. Klaus Langes Methode ist seitdem leider fast vollständig in Vergessenheit geraten, auch, weil er nie eine „Schule“ daraus gemacht, niemanden darin ausgebildet und sich selbst auch nie als Lehrer definiert hat.

 

Seine Methode nannte er schlicht „Innere Erfahrungen“ (diese kürze ich der Einfachheit halber mit „IE“ ab). Letztlich ist es pure Praxis von Achtsamkeit. Das Besondere an dieser Form der Achtsamkeitspraxis ist, dass man sich dabei begleiten lässt, von einem anderen Menschen (dem Begleiter - auch Klaus Lange begriff sich als Begleiter und nie als Anleiter), oder von sich selbst. Methodisch nutzt man dabei das verbale Ansprechen der Erfahrungen, und zwar gedanklich, wenn man die „IE“ alleine macht, und sprechend, wenn man sich von jemandem begleiten lässt. Dabei haben „IE“ Ähnlichkeiten mit dem „Voice Dialogue“, bestimmten Richtungen der Hypnotherapie, der Gestaltarbeit, der Arbeit mit inneren Anteilen und natürlich der Vipassana-Meditation. Über die Jahrzehnte, in denen Klaus Lange „IE“-Workshops und -Einzelbegleitungen angeboten hat, haben deutschlandweit viele Therapeuten und Meditationslehrer bei ihm und von ihm gelernt. Trotzdem sind „IE“ keine Psychotherapie. „Ich bin kein Therapeut, sondern ich gehe diesen einfachen Weg nach innen“ sagte Klaus Lange oft in seiner hanseatischen Nüchternheit. „IE“ sind wirklich verblüffend einfach und können uns trotzdem in sehr kurzer Zeit in die Tiefen der Psyche (der „Seele“, wie es Klaus Lange meist ausdrückte) führen. Wenn wir das tun, bemerken wir immer mehr, dass es in uns nichts gibt, was böse ist oder vor was wir Angst haben müssten. Man kann sagen, es ist ein „Weg zu sich selbst“ oder ein „vertraut werden mit sich selbst“, weil wir ja sowieso immer in uns sind, es nur sehr oft nicht bemerken.

 

„IE“ sind im buchstäblichen Sinne Selbst-Erfahrung, die zu einem tieferen Selbst-Vertrauen führen. Sie sind, wie letztlich jede Form von Achtsamkeitspraxis (jedenfalls Achtsamkeit, wie ich sie verstehe und zu vermitteln versuche) ein Weg einer natürlichen Entfaltung von Weisheit und Mitgefühl. Als willkommener Nebeneffekt haben „IE“ sehr oft therapeutische Effekte, weil sich schwierige Symptome oft auf ganz natürliche Weise verändern und heilen können.

 

In dem Workshop werden wir die Methode „IE“ kennenlernen, in der Gruppe üben (in Form von angeleiteten „Inneren Reisen“) und ich werde mehrere Einzelpersonen zu einer individuellen „Inneren Erfahrung“ begleiten. Die „Gruppenreisen“ sind vergleichbar mit einer Pauschalreise eines Reiseunternehmens mit einem Reiseziel, nur dass die Reise nach innen geht und das Ziel (z.B. das innere Herz / der/die innere Verbündete etc.) eine innere Erfahrung ist. Bei der individuellen Begleitung (vergleichbar der Reise eines Rucksacktouristen) gibt es keine Vorgabe, der Mensch, den ich begleite, bestimmt in jedem Moment die Richtung. Dies ist natürlich auch bei der Gruppenreise der Fall, letztlich bestimmt jeder Mensch immer, wohin er sich innerlich wendet, und muss den angebotenen Einladungen nicht folgen. Meistens sorgt die innere Weisheit schon ganz unbewusst dafür, dass eine angebotene Richtung, wenn sie  unpassend ist, nicht eingeschlagen wird, indem sie den Geist dazu bringt, nachzudenken, zu träumen oder einfach einzuschlafen (alles erlaubt!).

 

Bei den Einzelbegleitungen können sich die restlichen Teilnehmer*innen von dem, was sie hören und erleben, berühren lassen und dabei eigene innere Erfahrungen machen.

 

Es kann sehr unterstützend sein, die Inneren Erfahrungen zeitnah aufzuschreiben, auch dafür wird es Zeiten geben. Daher wäre es hilfreich, sich etwas zu schreiben mitzubringen.

 

Hier findest Du zwei Auszüge aus Klaus Langes erstem Buch („Herz, was sagst du mir“), in denen Klaus zwei Sequenzen aus zwei begleiteten Inneren Erfahrungen beschreibt und kommentiert.

 

Hier ein Link zu einem Vorwort zu dem gleichen Buch.